LEXIKON

Krankentransport-Lexikon: die Begriffe, einfach erklärt.

Muster 4, Zuzahlung, KTW, Entlassmanagement — rund um den Krankentransport gibt es viele Begriffe, die Ämter und Kassen voraussetzen, aber selten erklären. Hier sind die wichtigsten, in klarem Deutsch und mit dem Praxiswissen unserer Disposition.

B

BBegleitperson

Ein Angehöriger, der im Krankentransportwagen mitfährt. Bei uns in der Regel kostenfrei — wichtig ist nur, die Begleitung bei der Bestellung anzugeben, damit der Platz eingeplant wird. Bei Kindern und dementen Patienten ist eine vertraute Begleitung ausdrücklich erwünscht.

D

DDIN EN 1789

Die europäische Norm für Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge. Sie regelt Ausstattung, Trage-Systeme und Sicherheit. Unsere Fahrzeuge entsprechen als KTW dieser Norm — was konkret an Bord ist, zeigt die Seite Ausstattung.

DDialysefahrt

Die regelmäßige Fahrt zur Dialyse, meist dreimal pro Woche. Die Krankenkasse genehmigt üblicherweise die gesamte Behandlungsserie auf einmal; gefahren wird als Serienfahrt mit festen Zeiten. Mehr dazu: Dialysefahrten.

E

EEntlassmanagement

Die gesetzliche Pflicht des Krankenhauses, die Zeit nach dem Aufenthalt zu organisieren — inklusive Verordnung für die Heimfahrt. Praktisch heißt das: Den Transportschein für die Entlassungsfahrt stellt die Station oder der Sozialdienst aus, nicht der Hausarzt.

PraxisFragen Sie schon am Vortag der Entlassung nach dem Schein — dann steht der Transport bereit, wenn die Papiere fertig sind, nicht umgekehrt.
F

FFernfahrt

Ein Krankentransport über eine lange Strecke — deutschlandweit, ab und nach Berlin. Typisch: Verlegung in eine Spezialklinik, Umzug ins Pflegeheim einer anderen Stadt oder die Fahrt zur Familie. Liegend oder sitzend, mit Pausen und Betreuung: Fernfahrten.

G

GGenehmigung (§ 60 SGB V)

Fahrten zu ambulanten Behandlungen muss die Kasse grundsätzlich vorab genehmigen. Als erteilt gilt sie u. a. bei Pflegegrad 4/5, bestimmten Merkzeichen und Behandlungsserien wie Dialyse oder Chemo. Fahrten zur stationären Aufnahme brauchen keine Vorab-Genehmigung.

PraxisUnsicher, ob genehmigungsfähig? Vor der Fahrt anrufen: Die Disposition sagt ehrlich, wie die Chancen stehen — bevor Kosten entstehen.
K

KKrankenfahrt

Die „kleine Schwester" des Krankentransports: eine Fahrt mit Taxi oder Mietwagen ohne medizinische Betreuung — für Patienten, die gehfähig sind und keine Hilfe unterwegs brauchen. Wer zahlt und wann, erklärt der Ratgeber Krankenfahrt per Taxi.

KKrankentransport

Die Beförderung im KTW mit zwei qualifizierten Transportsanitätern — für alle, die unterwegs Betreuung oder die besondere Ausstattung des Fahrzeugs brauchen: liegend, im Tragestuhl oder sitzend. Kein Blaulicht-Einsatz: Krankentransporte sind planbare, verordnete Fahrten.

KKTW — Krankentransportwagen

Das Fahrzeug des Krankentransports: Trage, Tragestuhl, Sauerstoff und medizinische Grundausstattung nach DIN EN 1789. Im Unterschied zum Rettungswagen fährt der KTW geplante Transporte stabiler Patienten — ruhig, ohne Sondersignal.

KKonsilfahrt

Die Fahrt eines stationären Patienten in ein anderes Krankenhaus — zum MRT, zum Spezialisten, zur Mitbeurteilung — und zurück auf die Station. Bestellt meist direkt von der Klinik; Unterlagen und Bildgebung fahren dokumentiert mit: Konsilfahrten.

L

LLiegendtransport

Der Transport auf der Trage für alle, die nicht sitzen können oder sollen — nach Operationen, bei Kreislaufproblemen, auf langen Strecken. Ob liegend oder sitzend gefahren wird, legt der Arzt auf dem Transportschein fest.

M

MMerkzeichen aG, Bl, H

Einträge im Schwerbehindertenausweis: aG = außergewöhnliche Gehbehinderung, Bl = blind, H = hilflos. Mit einem dieser Merkzeichen gilt die Genehmigung für Fahrten zu ambulanten Behandlungen als erteilt — die Verordnung genügt.

MMuster 4 — der Transportschein

Das offizielle Formular „Verordnung einer Krankenbeförderung". Arzt oder Klinik kreuzen an, wie gefahren werden muss (liegend, Tragestuhl, sitzend) und warum. Mit Muster 4 rechnen wir direkt mit der Kasse ab. Alles Wichtige: Ratgeber Transportschein.

PraxisEin Foto des Scheins per WhatsApp reicht für die Planung — das Original nehmen die Sanitäter bei der Abholung mit.
P

PPflegegrad

Die Einstufung der Pflegebedürftigkeit von 1 bis 5. Für den Transport wichtig: Ab Pflegegrad 4 — und bei Pflegegrad 3 mit dauerhafter Mobilitätseinschränkung — gilt die Genehmigung für ambulante Fahrten automatisch als erteilt.

R

RRollstuhltransport

Die Beförderung im eigenen Rollstuhl, sicher verzurrt im KTW — ohne Umsetzen, wenn das anstrengend oder schmerzhaft wäre. Bitte bei der Bestellung angeben, ob es ein Standard- oder E-Rollstuhl ist, damit das passende Fahrzeug kommt.

RRückholung / Repatriierung

Der Krankenrücktransport aus dem Ausland nach Deutschland — etwa nach einem Unfall im Urlaub. Bodengebunden im KTW aus dem europäischen Ausland nach Berlin und deutschlandweit: Auslandsfahrten & Rückholung.

S

SSerienfahrt

Wiederkehrende Fahrten nach festem Plan — zur Dialyse, Chemo, Strahlentherapie oder Wundversorgung. Einmal eingerichtet, läuft der Ablauf mit festen Zeiten und möglichst demselben Team: Serienfahrten.

PraxisEinmal einrichten, nie wieder anrufen müssen: Zeiten und Adresse bleiben gespeichert, Änderungen genügen per WhatsApp.
T

TTrage

Das Liegend-System des KTW: eine fahrbare Liege, auf der Patienten angeschnallt und mit verstellbarem Rückenteil transportiert werden. In enge Treppenhäuser passt sie oft nicht — dann kommt der Tragestuhl zum Einsatz.

TTragestuhl

Ein klappbarer Transportstuhl mit Gurten und Tragegriffen, mit dem zwei Sanitäter Patienten sitzend durch Treppenhäuser tragen — der Normalfall im Berliner Altbau ohne Aufzug. Ausführlich erklärt: Tragestuhl-Transport.

PraxisBeim Bestellen Etage, Aufzug ja/nein und ungefähres Gewicht nennen — dann gibt es am Abholtag keine Überraschungen.
V

VVerlegung

Der geplante Wechsel von einem Krankenhaus in ein anderes — in eine Spezialklinik, zur Reha oder näher an den Wohnort der Familie. Innerhalb Berlins oder als Fernfahrt deutschlandweit, liegend oder sitzend.

Z

ZZuzahlung

Der gesetzliche Eigenanteil bei Kassenfahrten: 10 Prozent der Fahrtkosten, mindestens 5 und höchstens 10 Euro pro Fahrt. Alles darüber rechnen wir direkt mit der Krankenkasse ab — Vorkasse gibt es bei uns nicht.

PraxisDie Zuzahlung gilt pro Fahrt — Hin- und Rückfahrt zählen einzeln. Wer befreit ist (Befreiungsausweis), zahlt gar nichts.
Begriff nicht gefunden — oder einfach eine Frage?
Die Disposition erklärt es am Telefon, in klarem Deutsch. 24/7.
EINSATZGEBIET

Krankentransport in allen Berliner Bezirken.

Von unserem Standort in Schöneberg sind wir schnell in ganz Berlin für Sie da — Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 6, 10787 Berlin.